Leinsamen

Wenn es um eine geeignete Quelle für Ballaststoffe, Vitamine, Proteine, Lignane, Fett und Mineralstoffe geht, werden oft Leinsamen, die Samen des Flachs, genannt. Besonders als Ballaststoffquelle haben sich Leinsamen einen Namen gemacht. Neben löslichem und unlöslichem enthalten sie außerdem einen schleimigen Ballaststoff. Letzterer ist in der Lage den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren und wirkt außerdem als natürliches Abführmittel. Bei Fehlen von Ballaststoffen kann es zu chronischer Verstopfung und zu Gewichtsproblemen kommen. Dem wirken die Leinsamen entgegen.

Wissenschaftler sprechen den in Leinsamen enthaltenen Lignanen antioxidative Eigenschaften zu. Sie gelten als natürliche Pflanzenchemikalie, welche Östrogene aus dem Körper schleusen kann. Gesunde Wirkungen ergeben sich bei der Anwendung von Leinsamen aufgrund der zahlreichen Vitamine und Mineralstoffe von Zink und Eisen über Vitamin E und B-Vitamine bis hin zu Phosphor und Mangan. Leinsamen sind reich an essentieller Fettsäure (Alpha-Linolsäure), die auch als Omega-3-Fettsäure beziehungsweise Anti-Fett bekannt ist.

Leinsamen regt die Darmbewegung an und wirkt dadurch abführend. Die Samen gelangen nach der Aufnahme vom Magen bis in den Dickdarm. Durch die hohe Wasserbindungskapazität der Schleimzellen lagert sich Wasser in die Leinsamen ein. Sie schwellen dadurch auf das vier- bis achtfache Volumen an. Der Druck steigt an und in der Darmwand werden Reflexe ausgelöst. Die Darmbewegung wird zur schnelleren Ausscheidung des Stuhls angeregt. Die Vermehrung der Bakterienflora ist ein Zeichen für die Wirksamkeit beim Schutz der Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes. Die Einnahme von Leinsamen ist nur selten mit Nebenwirkungen verbunden. Blähungen können auftreten, Überempfindlichkeitsreaktionen kommen äußerst selten vor.

Bei der Einnahme von Lein kommt es immer auf die richtige Dosierung und ausreichender Flüssigkeit an. Da Leinsamen zu den Schleimstoffdrogen zählen, sollte man die gleichzeitige Einnahme mit anderen Medikamenten unterlassen oder wenigstens einen zeitlichen Abstand von etwa einer Stunde zwischen beiden Anwendungen vorsehen.

Brot mit Leinsamen ist reich an Omega-3-Fettsäuren und regt die Verdauung an.

Brot mit Leinsamen ist reich an Omega-3-Fettsäuren und regt die Verdauung an.

Es verbietet sich außerdem die Einnahme von Leinsamen gemeinsam mit Quellmitteln und Medikamenten gegen Durchfall, sonst droht ein Darmverschluss. Leinsamen enthalten gewisse Vorstufen (Glykoside) von Blausäure. Fachleute sehen das Risiko einer Blausäurevergiftung als sehr gering an. Die aufgenommenen Mengen sind gering, auch verhindert die menschliche Magensäure das Entstehen von Blausäure. Der Großteil des Samens wird sowieso ausgeschieden. Auch Backen zerstört zuverlässig Glykoside. Leinsamenbrot kann daher unbedenklich verzehrt werden. Experten verweisen lediglich auf die Problematik eines von Natur aus hohen Cadmiumgehaltes. Im Laufe des Lebens reichert sich Cadmium im Körpergewebe an. Dadurch kommt es unter Umständen zu Nierenschädigungen. Bei täglich zwei Esslöffel Leinsamen besteht allerdings keine Gefahr einer toxischen Wirkung.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*